Liebe Yogis und Yoginis,

Dieser Frühling  waren wir viel unterwegs. Ich (Sophia) durfte wieder bei meiner geliebten Lehrerin Shiva Rea lernen um neue Inspirationen zu holen – on und off the mat. Und dann gab es ein paar schöne Wochen Auszeit in den USA. Als ich wieder nach Hause kam blühte der ganze Garten, die Beinen summten, Winni hatte die Äcker gepflügt und gesät. Ein wunderschöner Raum der Liebe hat mich und unsere Tochter Sundari empfangen 🙂 In meinem Leben erkenne ich für mich immer mehr die Wichtigkeit, eine tiefe und liebevolle Verbindung zur Erde zu pflegen. Besonders in Zeiten wo vieles in Veränderung ist und die Welt um einem herum sich immer schneller zu drehen scheint ist es wichtig die Erde (auch mal buchstäblich) unter den Füßen zu spüren um zur Ruhe kommen zu können. Die ersten Yogis haben vor langer Zeit schon erkannt dass die Verbindung zur Erde uns nährt, Halt gibt und uns mit Lebensenergie und Freude beschenkt. Eine Übersetzung für das Wort “Asana“ ist “Sitz“ – der traditionelle Sitz der Yogis war und ist heute immer noch am Boden, mit direktem Kontakt zur Erde. Daraus kann man also ableiten, dass wir durch Asana uns mit der Erde verbinden. Wie Sharon Gannon (Gründerin von Jivamukti Yoga) so schön sagt, sind mit Erde aber nicht nur die Wiesen, Wälder, Berge und Täler, das Wasser das wir trinken und die Luft die wir atmen gemeint, sondern die Erde beinhaltet auch alle Wesen – Tiere, Pflanzen und Menschen. In dem wir uns also mit Erde verbinden, verbinden wir uns und verbeugen uns vor der Ganzheit des Seins. In Patanjali’s Yoga sutra sthira sukham asanam (Y.S.II:46) erläutert er weiter dass dieser Sitz und die Verbindung zur Erde kraftvoll, stabil (sthira) und gleichzeitig freudvoll und voller Leichtigkeit (sukham) sein soll. Als AcroYogi würde ich gerne noch „verspielt“ hinzufügen 🙂

Während ich und Winfried im Garten Heilkraüter sammeln, Bohnen und Blumen säen, und manchmal einfach nur in der Hängematte liegen, merke ich wie meine Gedanken ruhiger werden und meine Seele lächelt… ein ähnliches Gefühl wie auf der Yogamatte. Der bekannte Yogalehrer Iyengar hat sehr weise den Körper mit einem Garten verglichen den wir wertschätzen und pflegen müssen – “die Praxis von Yoga ist das Unkraut vom Körper zu entfernen, so dass der Garten gedeihen kann“ denn “der Körper ist mein Tempel und die Asanas meine Gebete“.